Mechthild Feuerstein
 
   
Fotos: Oliver Fantitsch  
Der Auftrag von Heiner Müller
Regie: Stefan Nolte
Bühne: Oliver Gather
Kostüme: Mechthild Feuerstein
Theater St. Gallen, April 2002
  „Revolutions-Endspiel
Drei Frauen und drei Männer in Anzügen von konformistischer Business-Eleganz, werden auf dem Orchestergrabenlift vor die Augen des Publikums gehoben und leeren aus ihren metallenen Koffern die Insignien der industriellen Revolution und der Ausbeutung der Dritten Welt: eine Lokomotive, Eisenbahngleise, Bananen-Güterwagen. ... Debuisson ... gelingt es einen kurzen Augenblick lang, die Gleise zusammenzuschliessen: zu einem Kreis. Die Schlange beisst sich in den Schwanz, es gibt keinen wirklichen Fortschritt in der Geschichte, solange sie im Zeichen der Technisierung und Kommerzialisierung leer läuft. ...Schliesslich geht es in der Geschichte der drei Emissäre, die vom Nationalkonvent beauftragt worden sind, in Jamaica eine Revolution anzuzetteln, nach dem Putsch Napoleons jedoch sich selbst überlassen bleiben, um die Angst des Westens vor einem Zurückschlagen des Pendels, vor dem Aufstand der Verlierer... (Nolte) gewinnt dem Text eine Fülle von prägnanten Bildern ab, die als optische Inszenierungen von manchmal berückender Schönheit den kritischen Kommentar in sich selber tragen. Auf weissen Frauenbeinen tänzelt die personifizierte Dritte Welt in Form eines schwarzen Muskelpakets mit winzigem, putzigen Reklame-Negerkopf über die Bühne ... Danton und Robespierre liefern sich ... nicht nur ein Rededuell, sondern in metergrossen Masken auch einen ungelenk komischen Zweikampf.“
NZZ, 08.04.02